Ambulante/stationäre Operationen

In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erkannten nordamerikanische Chirurgen die zum damaligen Zeitpunkt schier unbegrenzten Möglichkeiten, die sich durch arthroskopisch-mikrochirurgische Eingriffe boten.

Bei Leistungssportlern, die vor allem beim American-Football, aber auch bei anderen Kontaktsportarten erhebliche Knieverletzungen erlitten hatten, führten sie gezielte arthroskopisch-chirurgische Operationen durch, die zu einer bis dahin nicht bekannten raschen Genesung und damit schnellen Sportfähigkeit des Kniegelenks führten.

In Europa ist diese Entwicklung in den vergangenen 40 Jahren ebenfalls zu beobachten. Arthroskopische Eingriffe ermöglichen im Regelfall eine deutlich beschleunigte Diagnosestellung und operative Behandlungsmöglichkeit am verletzten oder geschädigten Gelenk. Die physikalische Nachbehandlung, die obligater Bestandteil der Therapie sein sollte, führt zu einer raschen Wiederaufnahme der sportlichen Aktivitäten.

Die operativen Möglichkeiten haben sich explosionsartig entwickelt, ein Ende dieser Tendenz ist bis heute nicht absehbar. Naturgemäß stehen die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten nicht nur Sportlern zur Verfügung, sondern können auch bei fast jeder  anders gearteten Gelenkerkrankungen eingesetzt werden.

Nach wie vor steht die Kniegelenks-Arthroskopie an Zahl und Bedeutung an erster Stelle im Vergleich zu sämtlichen anderen arthroskopischen Eingriffen.

Die Entscheidung für einen mikrochirurgischen Eingriff wird zunehmend häufiger getroffen, großzügige Gelenkeröffnungen gehören heutzutage im Regelfall der Vergangenheit an. Selbst technisch aufwändige vordere Kreuzbandplastiken sind mit minimal invasiven Techniken durchführbar. Nur ein einziger größerer Hautschnitt wird an der Entnahmestelle der Sehne, aus der das neue Kreuzband geformt wird, erforderlich.

 

Der innere Teil des Kniegelenkes mit Innenminiskus und Gelenkknorpel:

Hier können Sie einen Blick in den inneren Teil des Kniegelenkes werfen. Sie sehen im wesentlichen den Innenminiskus sowie den Gelenkknorpel von Ober- und Unterschenkel.

Die zweite Videosequenze zeigt schematisch die Reparatur eines Meniskusschadens. Es handelt sich dabei um das Meniskusfixationssystem Rapidloc der Fa. DePuyMitek. Dieses System ermöglicht durch seine variable Länge und justierbare Kompression eine ideale Versorgung des Meniskusschadens und wird im Rahmen arthroskopischer Eingriffe bei uns eingesetzt.

Die Behandlung von Meniskusschäden ist die mit Abstand am häufigsten durchgeführte arthroskopische Operation.

Hier Beispiele für einen intakten Innenmeniskus, der als wesentlicher Platzhalter eine wichtige Dämpfungsfunktion zwischen Ober- und Unterschenkel hat.

Ein Abriss des Innenmeniskushinterhorns mit deutlicher Verlagerung und Einklemmung zwischen Ober- und Unterschenkel führt zu massiven Schmerzen und schädigt in kurzer Zeit die benachbarten Knorpelregionen. Hier ist eine rasche operative Korrektur erforderlich, um einerseits Schmerzen zu nehmen und andererseits weiteren Schäden am Gelenk vorzubeugen.

Bei einem vollständig abgerissenen Innenmeniskus, einem sogenannten Korbhenkelriss, ist die Verletzung auf Grund der Einklemmung des Meniskusgewebes mit einer erheblichen Bewegungseinschränkung des Kniegelenks verbunden.

Die unmittelbare arthroskopische Sanierung  und somit  Erhaltung des Meniskus ist durch technisch unterschiedliche Nahttechniken möglich. Das Beispiel einer sogenannten all inside Technik sehen Sie in der Videosequenz weiter oben. Wesentlich häufiger sind Teilentfernungen des zerstörten Meniskusgewebes  erforderlich. Grundsätzlich gilt für den Umfang bei resezierenden arthroskopischen Eingriffen: 

So viel wie nötig, so wenig wie möglich.


Auch grosse Meniskusteile können im Regelfall über einen mikrochirurgischen Zugang komplett entfernt werden.

Über weitergehende operative Eingriffe, die in Zusammenarbeit mit der

Klinik am Heinrichsdamm (ehemalige Schellererklinik) 

durchgeführt werden (Handchirurgie, Fusschirurgie etc.), informieren wir Sie gerne in unserer Praxis. Im Rahmen eines ausführlichen, persönlichen Gesprächs mit Einbeziehung sämtlich Krankheits- und Lebensumstände wird festgelegt, ob der Eingriff ambulant durchgeführt werden kann, oder ob eine stationäre Betreuung sinnvoller erscheint.